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eco-Verband: Eine Verschärfung der Providerhaftung wäre reine Symbolpolitik

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. fordert eine Versachlichung der Debatte um die Haftung für illegale Inhalte im Internet. „Auf eine Verschärfung der Providerhaftung hinzuwirken ist reine Symbolpolitik “, sagt Süme. „Terroristische Inhalte werden schon jetzt sofort gelöscht, wenn sie bekannt werden. Andernfalls haften Provider. Die Rechtslage ist da völlig klar.“ Internet-Dienstleister verantwortlich zu machen greife deutlich zu kurz. Die Ursachen für Terroranschläge lägen in fehlender oder unzureichender Integration. Das Aufdecken und Bekämpfen von internationalen terroristischen Strukturen sei in erster Linie Aufgabe der staatlichen Ermittlungsbehörden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte heute angekündigt, Provider stärker dafür verantwortlich machen zu wollen, wenn „Straftaten in ihrem Netz stattfinden“. „Wir begrüßen es sehr, dass die Bundesregierung das Thema im Auge behält und auf Versäumnisse aufmerksam macht“, sagt Oliver Süme, eco-Vorstand Politik & Recht. „Wir müssen aber auch ganz klar feststellen: Internetunternehmen nehmen große Anstrengungen auf sich bei der Bekämpfung von illegalen Inhalten auf ihren Seiten.“

Auch im Hinblick auf die Löschung anderer illegaler Inhalte – wie rassistische oder volksverhetzende Propaganda – zeigten sich Provider überaus engagiert. Eine Haftungsverschärfung bringe hier gar nichts, da Provider in der Praxis bisweilen große Schwierigkeiten bei der Einschätzung hätten, ob es sich tatsächlich um illegale Inhalte handele. Süme weist auf die Probleme bei der Bekämpfung zum Beispiel von Hate Speech hin: „Es erfordert fundierte Rechtskenntnisse zu beurteilen, ob eine Aussage noch von der grundgesetzlich gesicherten Meinungsfreiheit gedeckt ist oder schon in den Bereich der Strafbarkeit fällt. Provider können dabei niemals Entscheidungen über Grenzfälle treffen, die eigentlich Richter treffen müssen. Das geht nicht.“ Das Internet lasse sich nicht mit Hilfe privater Unternehmen lückenlos überwachen. „Und das kann in einem Rechtsstaat auch nicht gewollt sein“, so Süme.

Durch und durch und rundherum .ruhr

eco Domain Name Heads – Bernhard Lüders, Geschäftsführer der Sutter Telefonbuchverlag GmbH im Interview

Aus Deutschland ist .ruhr nicht nur die erste neue Top-Level-Domain, die im Rahmen des "new gTLD Program" der ICANN am 27. März 2014 in die allgemeine Verfügbarkeit startete, sondern ist nun erneut Vorreiter, als am 5. April 2016 der Sutter Telefonbuchverlag verkündete, seine gesamte Unternehmenskommunikation auf sutter.ruhr umzustellen.

Die Sutter Telefonbuchverlag GmbH ist lokaler Marktführer bei der Vermittlung von Kontakten an Klein- und Mittelunternehmen – nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in Brandenburg, weiten Teilen Baden-Württembergs sowie im Lipperland, wo Sutter jeweils mit Zweigniederlassungen vertreten ist.

Das Unternehmen, das mit den Multi-Access-Marken Gelbe Seiten, Das Telefonbuch und Das Örtliche hauptsächlich im Verzeichnismediengeschäft aktiv ist, hat in jüngerer Vergangenheit seine Angebotspalette im Bereich digitaler und performance-basierter Werbeformen ausgebaut.

Die Umstellung auf die neue regionale Domainendung .ruhr betrifft übrigens nur den in Essen, im Herzen des Ruhrgebiets, angesiedelten Hauptsitz des Unternehmens.

Wie sind Sie auf die neuen Top-Level-Domains und die damit verbundenen Möglichkeiten aufmerksam geworden?

Wir brauchten keinen Impuls von außen – denn die Idee für .ruhr wurde in unserem Haus geboren. Wir selbst gründeten die regiodot GmbH & Co. KG, mit der wir uns 2012 erfolgreich bei der ICANN um den Betrieb der neuen Domainendung .ruhr bewarben. Es ist also unser eigenes Schwesterunternehmen, das Deutschlands erste regionale Domainendung heute als offizielle Vergabestelle verfügbar macht.

Dementsprechend war es für uns selbstverständlich und logisch, bald konsequent auf diese neue Endung umzustellen. Weil wir enger als die meisten anderen Unternehmen mit der Thematik „new gTLDs“ verwoben sind, nehmen wir zugegebenermaßen eine Sonderstellung ein. Dennoch möchten wir gern als positives Beispiel vorangehen und vielen anderen regionalen Unternehmen .ruhr schmackhaft machen.

Für Bernhard Lüders, Geschäftsführer der Sutter Telefonbuchverlag GmbH, war und ist es eine Herzensangelegenheit, dem Ruhrgebiet auch im Word Wide Web eine Heimat und Community zu geben. Logisch und konsequent ist es, dass er, der .ruhr als Initiator ins Leben gerufen hat, nun die gesamte Unternehmenskommunikation auf die neue Hauptdomain „sutter.ruhr“ umstellen ließ.

Die Umstellung auf eine neue Domain ist ein bedeutender Schritt in der Unternehmenskommunikation. Welcher Aufwand war damit verbunden?

Sicherlich ist der mit einer konsequenten Umstellung verbundene Aufwand nicht zu unterschätzen. In unserem individuellen Fall war die Umstellung von technischer Seite aus (z. B. die zentrale Anpassung des gesamten E-Mail-Verkehrs) noch am schnellsten vorgenommen – mehr Zeit in Anspruch nahmen und nehmen die vielen kleineren Änderungen: Vom Geschäftspapier über Rechnungsvordrucke bis hin zur Visitenkarte muss alles neu gedruckt werden. Und es wird noch viel Wasser die Ruhr hinunterfließen, bis auch der letzte Mitarbeiter z. B. sämtliche Logins, die mit seiner alten E-Mail-Adresse verknüpft sind, umgestellt hat.

Dennoch lohnt sich für Sie dieser Aufwand. Die neue Adresse ist z.B. deutlich kürzer – von welchen weiteren Vorteilen profitieren Sie mit Ihrer neuen Domain sutter.ruhr?

Vor der Umstellung im April 2016 war unsere Domain wenig kompakt. Das lag jedoch nicht in der Top-, sondern in der Second-Level-Domain begründet: „sutter-telefonbuchverlag.de“ war vor allem bei E-Mail-Adressen zu unhandlich – insbesondere, wenn man nicht Max Muster, sondern Maximilian Mustermann von Musterhausen heißt.

Auch wenn wir uns gegenüber .de mit der neuen Endung .ruhr zwei Buchstaben mehr ins Haus geholt haben, ist die Einsparung VORM letzten Punkt erheblich. Die Alternative „sutter.de“ stand für uns übrigens nicht zur Verfügung; mit .ruhr eröffneten sich neue Möglichkeiten – für uns und für alle anderen Ruhrgebietsunternehmen.

Neben der erhöhten Prägnanz war für uns in besonderem Maße entscheidend, dass wir uns mit der Endung .ruhr deutlich zum Ruhrgebiet bekennen: seit beinahe 90 Jahren sind wir mit unserem Hauptstandort eng in dieser Region verwurzelt, was wir nun auch mit unserer Domain zum Ausdruck bringen.

Würden sie auch anderen Unternehmen empfehlen, diesen Schritt zu gehen?

Unbedingt. Bei der Kosten-Nutzen-Rechnung schlägt der zwar recht große, aber einmalige Aufwand nicht ins Gewicht, wenn auf der anderen Seite ein stimmiger Gesamtauftritt im Sinne einer professionellen Unternehmenskommunikation steht. Ganz gleich, ob man sich für eine Domain mit einer herkömmlichen Endung wie .de oder einer neuen Endung wie .ruhr als Hauptdomain entscheidet – diese Entscheidung sollte verbindlich sein und daher konsequent gelebt werden.

Sie sind mit der neuen Webadresse nun seit Anfang April live. Welches Feedback haben Sie bisher bekommen? Wie reagieren Ihre Kunden?

In unseren eigenen Reihen fiel das Feedback durchweg positiv aus; im Gespräch mit Geschäftspartnern treffen wir mit unserer neuen Domainendung auf erstaunte, aber offene Ohren: Nicht jeder versteht gleich, dass .ruhr das vertraute .de ersetzt – prinzipiell ist das ganze Thema „new gTLDs“ ja noch neu.

Ist der Groschen erst gefallen, sind Kunden und Dienstleister positiv überrascht und finden schnell Gefallen an der neuen Ruhrgebietsendung. Natürlich sammeln wir insbesondere bei Gesprächspartnern direkt aus der Region stets Sympathiepunkte – diese Möglichkeit, mit Unternehmen ungezwungen ins Gespräch zu kommen, lassen wir selbstverständlich nicht ungenutzt.

OX Summit 2016

Summit, Executive Brunch & River Cruise

OX Summit connects the key decision-makers from hoster, telco, cable and mobile carriers to exchange the valued business insight and technology expertise that regional and global providers need to transform their growth.

This is the industry & portfolio showcase that connects ISV's and service providers – who are changing the status quo of legacy Internet models – to share just how important partnerships matter.

Set directly on the banks of the River Main, and within easy walking distance to the train station, the futuristic Westhafen Pier 1 is the perfect venue for the open exchange of ideas.

See OX website for full agenda and free registration

BEREC-Konsultation zur Netzneutralität beendet

Die Konsultation zur Auslegung der umstrittenen EU-Verordnung zur Netzneutralität ist heute Mittag zu Ende gegangen. Anfang Juni hatte das Gremium europäischer Regulierungsbehörden für elektronische Kommunikation (GEREK, auf englisch BEREC) einen Entwurf für Leitlinien vorgelegt, mit dem sie die EU-Verordnung Digitaler Binnenmarkt und Netzneutralität (VO/2015/2120) vom Oktober konkretisieren will. eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. hat sich an der Konsultation beteiligt.

Aus Sicht des eco ist der Entwurf ein tragfähiger Kompromiss, um vorrangig das Ziel einer EU-einheitlichen Auslegung der Verordnung zum digitalen Binnenmarkt zu erreichen und andererseits den nationalen Regulierungsbehörden Flexibilität für die nationalen Besonderheiten zu lassen. Dabei sollte die Vorhersehbarkeit, insbesondere in Bezug auf Planungs- und Rechtssicherheit im Vordergrund stehen. Das klare Bekenntnis zur Netzneutralität, zum best-effort-Prinzip und zum Endkundenschutz begrüßt eco ausdrücklich.

Der Entwurf könnte zu einer Versachlichung der Diskussion führen, da er das Potential hat, die Interessen von Internetzugangsanbieter und Endnutzern, Verbrauchern und Inhalte- und Applikationsanbietern in Ausgleich zu bringen. Am 25. August will die BEREC die aufgrund der Ergebnisse der Konsultation angepassten Leitlinien beschließen.

DE-CIX New York: From zero to number 7 in the US market in two years

DE-CIX New York has managed to grow to the second largest Internet Exchange Point (IXP) in the New York metro area within two years. This alone is amazing.

If you look at the IXP market in the US in general, you can also see an outstanding result. Out of about 80 Internet exchanges (listed by TeleGeography) in the United States, DE-CIX has managed to become the seventh largest Internet exchange in the whole US market within two years. From zero to seven in 24 months.

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This article was first published in the monthly DE-CIX newsletter.

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